4 hours ago

Polizei verstärkt Sicherheitsmaßnahmen

Die Karnevalszeit wird in diesem Jahr von einer ernsten Bedrohung überschattet. Der Islamische Staat (IS) hat in sozialen Medien zu Anschlägen auf Feiern in Köln, Nürnberg und Rotterdam aufgerufen. Die deutschen Sicherheitsbehörden reagieren mit verstärkten Maßnahmen, um die Veranstaltungen bestmöglich zu schützen.

Erhöhte Terrorgefahr: Karnevalsveranstaltungen im Visier

Die Drohungen der Terrororganisation richten sich unter anderem gegen die Weiberfastnacht auf dem Alten Markt in Köln, die Rosenmontagsfeier in Nürnberg sowie das „Festival der Liebe“ in Rotterdam. In den verbreiteten Botschaften heißt es unverhohlen: „Wähle dein nächstes Angriffsziel“.

Obwohl das Bundeskriminalamt (BKA) aktuell keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge hat, bleibt die allgemeine Bedrohungslage durch islamistischen Terrorismus hoch. Die Polizei spricht von einer „abstrakt hohen Gefahr“.

Erste Veranstaltung abgesagt

Die Terrorwarnung hat bereits Auswirkungen: Eine für Sonntag geplante Afterparty des Faschingsumzugs in Nürnberg wurde abgesagt. Christopher Andrews, Vorsitzender des Vereins „Global Locals“, begründete die Entscheidung: „Wir wollen unsere Leute nicht in Gefahr bringen. Wir finden es sehr schade, aber wenn tatsächlich etwas passiert wäre, wäre das nicht zu verantworten.“

Massive Sicherheitsmaßnahmen geplant

Um das Risiko zu minimieren, haben die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen drastisch verschärft. Besonders in Köln, wo traditionell große Menschenmengen zu Karnevalsfeiern strömen, wird die Polizei massiv präsent sein.

Allein dort werden 1.500 Polizeibeamte im Einsatz sein, unterstützt von rund 1.000 Mitarbeitern des Ordnungsamtes und privater Sicherheitsdienste. Nach dem jüngsten Anschlag in München wurden die Einsatzkonzepte nochmals angepasst.

Bereits im Vorfeld mussten einige Karnevalsumzüge abgesagt werden, allerdings nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch wegen der hohen Kosten für die erforderlichen Schutzmaßnahmen.

Experten warnen vor steigender Radikalisierung

Ein Ermittler des Staatsschutzes erklärte: „In den vergangenen Monaten gab es eine zunehmende Mobilisierung und Radikalisierung unter Islamisten.“ Große Menschenansammlungen seien bereits in der Vergangenheit bevorzugte Ziele von Terrorgruppen gewesen.

Gleichzeitig betonte der Experte jedoch, dass es derzeit keine konkreten Anschlagspläne gebe. Vielmehr wolle der IS potenzielle Täter zur Eigeninitiative ermutigen. „Es ist unmöglich, solche großen Veranstaltungen zu 100 Prozent zu schützen“, fügte er hinzu.

Polizei bleibt wachsam, aber Karneval geht weiter

Die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus überschattet die diesjährigen Karnevalsfeiern. Dennoch wollen viele Veranstalter und Besucher sich nicht einschüchtern lassen. Die Sicherheitsbehörden sind alarmiert und massiv im Einsatz, um die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Auch wenn eine absolute Sicherheit nicht garantiert werden kann, bleibt das klare Signal: Karneval in Deutschland wird gefeiert – aber unter schärferen Sicherheitsvorkehrungen als je zuvor.

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