Grüne im Bundestag fordern strengere Regelungen für Alkoholwerbung und -verkauf

8 months ago

Die grüne Fraktion im Bundestag drängt auf deutliche Verschärfungen beim Alkohol- und Nikotinverkauf in Deutschland. Das Hauptziel ist ein effektiverer Jugendschutz. Dies kommt inmitten einer Debatte über das geplante Cannabisgesetz der Bundesregierung auf, das jegliche Werbung für Cannabis verbietet.

Werbeverbot zur Hauptsendezeit

Im Zentrum der Forderungen steht ein Werbeverbot für alle alkoholischen Getränke im Fernsehen von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr abends. Doch nicht nur das lineare Fernsehen ist betroffen: Die Grünen möchten, dass dieses Verbot auch auf Social Media und Online-Plattformen Anwendung findet. Laut Linda Heitmann, Gesundheitspolitikerin der Grünen, ist es “kein Zufall”, dass die Alkoholindustrie im Jahr 2022 rund 584 Millionen Euro für Werbung ausgab, was ein vermeintlich positives Bild von alkoholischen Getränken, insbesondere bei Minderjährigen, prägt.

Restriktionen an der Kasse

Ein weiterer Punkt ist die Positionierung alkoholischer Produkte in Supermärkten. Die Grünen möchten ein Verbot des Verkaufs von Alkohol direkt im Kassenbereich, da dieser Bereich oft als Impulskaufzone fungiert. Darüber hinaus schlägt Heitmann vor, dass alkoholische Getränke und Nikotinprodukte im Einzelhandel nur noch auf Nachfrage verkauft werden sollten. Eine Maßnahme, die nicht nur den Jugendschutz verstärkt, sondern auch Erwachsene mit Suchterkrankungen schützen könnte.

Hintergrund und weitere Forderungen

Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Burkhard Blienert, hatte bereits zuvor strengere Regelungen für die Alkoholwerbung ins Gespräch gebracht und betonte die Notwendigkeit “eindeutiger Leitplanken”. Es ist alarmierend, dass laut dem Gesundheitsministerium etwa 7,9 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren in Deutschland einen riskanten Alkoholkonsum aufweisen.

Die Diskussion über ein schärferes Vorgehen gegen Alkohol- und Nikotinwerbung gewinnt an Fahrt, besonders im Kontext der aktuellen Cannabisgesetzgebung. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die vorgebrachten Vorschläge tatsächlich in die Gesetzgebung Eingang finden werden. Es ist jedoch unbestreitbar, dass ein verstärkter Jugendschutz und Maßnahmen zum Schutz vor Suchterkrankungen in Deutschland eine zentrale Rolle spielen müssen.

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