Die beeindruckende Metamorphose des David Shrigley: Vom „Da Vinci Code“ zu „1984“

8 months ago

Der britische Künstler David Shrigley hat ein bemerkenswertes Projekt ins Leben gerufen: Er verwandelt mehr als 6.000 Exemplare von Dan Browns Bestseller „The Da Vinci Code“ in George Orwells ikonisches Buch „1984“. Der Ausgangspunkt dieses kreativen Vorhabens war 2017, als ein Secondhand-Laden in Swansea humorvoll darum bat, keine weiteren Exemplare des Da Vinci Codes mehr zu spenden. Dieser ungewöhnliche Aufruf weckte Shrigleys Neugier und führte ihn auf einen kreativen Pfad, der Kunst, Literatur und Kulturkommentar verknüpfte.

Sein Interesse an Orwells dystopischem Roman entflammte während der Pandemie im Jahr 2020 erneut, zeitlich passend zum 70. Todestag Orwells, was „1984“ allgemein zugänglich machte. Dies mündete in „Pulped Fiction“, Shrigleys einzigartiger Darstellung des Werks, ausgestellt genau in jenem Secondhand-Laden, der die Inspiration für dieses Projekt lieferte.

„Es fühlt sich an, als ob man in ein totalitäres Regime eingetreten wäre, in dem es keine Auswahl gibt. Dies ist das Buch, und man muss es lesen“, reflektiert Shrigley über sein limitiertes Projekt. Er erkennt tiefgründige Aspekte in Orwells Werk, die unsere heutige Welt widerspiegeln, insbesondere die „Manipulation der Sprache“ im aktuellen politischen Kontext. Er zieht dabei Parallelen zu Margaret Atwoods „The Handmaid’s Tale“ und betont den visionären Charakter solcher Werke.

Für Shrigley ist dieses Projekt jedoch nicht nur ein Vergleich zweier Bücher. Es thematisiert die andauernde Bedeutung von Orwells Ideen im Gegensatz zur Flüchtigkeit des Bestsellers „The Da Vinci Code“. Shrigley beschreibt Browns Roman als „ein Urlaubsbuch über eine harmlose Verschwörung“, während er die zeitlose Relevanz von „1984“ hervorhebt.

In Kooperation mit seinem Studio und dem Grafikdesigner Fraser Muggeridge, dessen Großvater einst Orwells Originalmanuskript korrigierte, hat Shrigley viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt. Trotz hoher Kosten und ungewisser finanzieller Rückkehr liegt sein Hauptaugenmerk auf den Diskussionen, die das Projekt anregt. „Es sind die angestoßenen Gespräche, die den Wert des Projekts ausmachen“, betont er.

Shrigleys „Pulped Fiction“ verdeutlicht die zeitlose Kraft der Literatur und ihre inspirierende Wirkung auf Generationen von Künstlern. Durch die Gegenüberstellung dieser beiden Bücher regt Shrigley dazu an, über den Kern des Erzählens, den Wandel kultureller Bedeutung und die tieferen Wahrheiten, die Bücher über unsere Gesellschaft offenbaren, nachzudenken.

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